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Weizenkleie

Klei-Kotzer Dieser Kleiekotzer an einer Getreidemühle aus dem 18. Jahrhundert spuckt das wertvolle »Abfallprodukt« einfach wieder aus. (gemeinfreies Foto)

...gegen Darmkrebs

In der Ernährungsmedizin steht Weizenkleie hoch im Kurs, weil er – zusammen mit viel Flüssigkeit – das Speisevolumen im Darm vergrößert, ohne die Kalorienzufuhr zu erhöhen. Dies regt die Darmbewegungen an, weswegen Weizenkleie für eine gesunde und schnelle Darmpassage eingesetzt wird. Nun haben Ernährungswissenschaftler der Universität Jena herausgefunden, dass ein bestimmter Bestandteil der Weizenkleie, die Aleuronschicht, auch direkt vor Darmkrebs schützen kann. Wie die Forscher um Michael Glei in den Fachzeitschriften British Journal of Nutrition und Journal of Agricultural and Food Chemistry berichten, hemmt fermentiertes Aleuron das Wachstum von Darmkrebszellen. Insbesondere die Krebszellen, die sich in einem frühen Stadium befinden, werden in ihrem Wachstum gehemmt. Zudem sorgt das fermentierte Aleuron auch dafür, dass sich die entarteten Zellen selbst zugrunde richten, indem es den programmierten Zelltod der Krebszellen fördert.

Diese Erkenntnisse entstammen leider erst einigen Tests im Reagenzglas. Eine Interventionsstudie wäre der nächste logische Schritt um zu schauen, ob aleuronhaltige Lebensmittel tatsächlich die Bildung von Polypen im Darm vermindert.

Unser Tipp: Die Erfahrungsheilkunde wusste schon immer, dass Vollkornlebensmittel, genau wie übrigens brauner nichtgeschälter Reis, gut für den Darm sind. Probieren Sie es doch einfach einmal aus, zum Beispiel mit feinem – auch hellem – Vollkornbrot.

© Dr. Beatrice Wagner

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