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Richtiges Stuhlverhalten

Zeitungsstapel Lesen ja – drücken nein!

Das richtige Stuhlverhalten ist eine Wissenschaft für sich. Einige Menschen haben es sich im Badezimmer richtig gemütlich eingerichtet, mit AutoBild, Brigitte oder einigen Comics. Das Toilettensitzen wird dann als Lektürestunde zelebriert. Abgesehen davon, dass sich andere Familienmitglieder über die Dauerbesetzung beschweren könnten, gibt es noch andere Gründe, die Zeit auf dem »stillen Örtchen« zu knapp wie möglich zu halten. Denn durch das lange Sitzen, womöglich verbunden mit kräftigem Drücken können sich die Hämorrhoiden vorwölben. Hämorrhoiden sind Gefäßpolster etwa drei bis vier Zentimeter oberhalb des Afters im Analkanal. Sie dienen nämlich als Schwellkörper und helfen dem inneren und äußeren Schließmuskel des Afters, den Darm nach außen abzudichten. Diese Gefäßpolster können sich aber auch krankhaft erweitern. Dann bilden sich knotenartigen Vorwölbungen, die Beschwerden verursachen. Diese Vorwölbungen sind nichts anderes als »Krampfadern im Darm«. Die Ursache kann ein zu langes Sitzen und zu starkes Pressen auf der Toilette sein, sowie eine angeborene Venenschwäche. Ungesunde Ernährung mit wenig Ballaststoffen, zu wenig Trinken und zu viel Sitzen verstärken die Veranlagung, denn all diese Gewohnheiten führen dazu, dass die Darmbewegungen erlahmen und der Speisebrei zu fest wird. So kommt es zu hartem Stuhlgang, der auf der Toilette mit Anstrengung herausgepresst werden muss, was wiederum die Aussackung der Darmgefäßpolster verstärkt.

Zum richtigen Stuhlverhalten gehören also die folgenden Tipps:

  • Drücken und Pressen Sie nicht, dies ist allenfalls als »Anschub« nötig. Wenn die Stuhlportion nicht herauskommt, dann ist es noch nicht soweit. Gehen Sie ein anderes Mal noch einmal auf Toilette.
  • Wenn der Druck stark ist, aber der Stuhlgang trotzdem nicht funktioniert, könnten Sie ein Miniklistier verwenden. Dies gibt es in der Apotheke zu kaufen. Es besteht aus einem Bällchen und einem abnehmbaren Einführstab. Indem Sie das Bällchen zusammendrücken und dann in einem Schälchen mit Wasser wieder loslassen, wird das Wasser hineingezogen. Dann führen Sie den Einführstab in den After und drücken das Wasser wieder hinaus. Dadurch wird der Stuhlgang angefeuchtet und gleitet leichter. Außerdem verstärkt sich das Volumen im Enddarm, was den Schließmuskel zum Aufgehen reizt. Dies fördert den Drang zum natürlichen Entleeren.
  • Generell gilt: Essen Sie ballaststoffreich, sprich viel Gemüse und Obst und trinken Sie zwei Liter Wasser am Tag – dies formt einen weichen Darminhalt, der leichter nach außen drängt.
  • Außerdem ist wichtig: Bewegen Sie sich viel. Damit wird die natürliche Darmbewegung (Peristaltik) angefeuert und der Darminhalt leichter weiterfördert. Bewegung ist wie eine natürliche Darmmassage (Colonmassage).

Foto: Verena N., Pixelio